Pflege
Infos

Pflege
Infos

Informationen rund um die Pflege

Gerade für Angehörige stellt sich bei Übernahme einer Pflegeverantwortung eine Vielzahl von Fragen.
Wir möchten Ihnen in unserem Serviceteil die Antwort auf einige der häufigsten Fragen geben.

Informationen zur Pflegeversicherung

Um Pflegegeld zu erhalten, muss eine Pflegestufe zuerkannt werden. Eine Pflegestufe beantragen Sie bei Ihrer Krankenkasse. Die Pflegekasse ist immer bei der Krankenkasse angesiedelt, bei der man versichert ist.  Der Antrag kann schriftlich oder telefonisch erfolgen. Antragsberechtigt ist die versicherte Person oder eine von ihr bevollmächtigte Person bzw. der oder die gesetzliche(n) Vertreter wie ein Betreuer.

Die Pflegekasse schickt anschließend einen Gutachter des MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) zu Ihnen. Dieser ermittelt den Pflegebedarf und empfiehlt in Betracht kommende Pflegemaßnahmen. Anhand der Erkenntnisse des Gutachters entscheidet die Pflegekasse über die Eingruppierung in eine Pflegestufe.

Patienten und Angehörige stellen beim Besuch des MDK die Pflegesituation häufig besser dar, als sie eigentlich ist. Das tägliche Kämmen und Flechten der langen Haare, die regelmäßige Mund- und Zahnpflege, sowie die vielen pflegerischen „Kleinigkeiten“ werden als selbstverständlich angesehen und dem Gutachter nicht berichtet. Dieser zählt jedoch die Minuten des Pflegebedarfs zusammen, so dass es absolut notwendig ist ein umfassendes Bild des Hilfebedarfs zu zeichnen. Hier kann es hilfreich sein über mehrere Tage ein Pflegetagebuch zu führen, damit keine „selbstverständliche“ Hilfeleistung vergessen wird.

Die Entscheidung zur Einstufung trifft die Pflegekasse unter maßgeblicher Berücksichtigung des Pflegegutachtens. Je nach Pflegestufe bestehen für Pflegebedürftige unterschiedliche Leistungsansprüche.
Pflegestufe I   – erhebliche Pflegebedürftigkeit
Um in die Pflegestufe I eingruppiert zu werden, muss der Hilfebedarf pro Tag mindestens 90 Minuten betragen. Auf die Grundpflege (Verlinkung auf Leistungen/Grundpflege) müssen dabei mehr als 45 Minuten täglich entfallen.

Wenn Ihnen eine Pflegestufe zuerkannt wurde, können sie entscheiden, wie die Leistung der Pflegeversicherung aussehen soll. Sie können wählen zwischen einer Geld-, Sach- oder Kombinationsleistung:

  • Pflegegeldzahlungen für die häusliche Pflege durch privat organisierte Pflegepersonen, z. B. durch Angehörige.
  • Pflegesachleistung für die pflegerische Hilfe durch einen von Ihnen ausgewählten ambulanten Pflegedienst. Dieser rechnet seine Leistungen direkt mit der Pflegekasse ab.
  • Kombinationsleistung aus Pflegegeldzahlungen und Pflegesachleistung. Unter Kombinationsleistung versteht man, dass die Pflege zum Teil von einem ambulanten Pflegedienst und zum Teil von einem Angehörigen erbracht wird.

Wie funktioniert das? 
Wird die Pflegesachleistung nicht in voller Höhe in Anspruch genommen, kann gleichzeitig ein entsprechend gemindertes Pflegegeld beansprucht werden. Das Pflegegeld wird um den Prozentsatz gemindert, den der Pflegebedürftige in Form von Sachleistungen erhalten hat.
 

Beispiel: 
Die Pflegestufe II beinhaltet Anspruch auf Pflegesachleistungen in Höhe von monatlich 1.040,- €. Davon hat der Pflegebedürftige 80 % in Anspruch genommen = 832,- €. Es besteht daher noch Anspruch auf 20 % des Pflegegeldes der Pflegestufe II (Pflegegeld der Pflegestufe II: 430,- € x 20 % = 84,- €). Der Pflegebedürftige erhält somit 86,- € monatliches Pflegegeld, über das er frei verfügen kann.

Die Zuwendung der Pflegekasse ist abhängig von der Pflegestufe in die Sie einstuft werden und von der Leistung, die Sie beziehen:

Stufe I Stufe II Stufe III
Pflegegeld (Angehöriger o. ä.) 225 € 430 € 685 €
Pflegesachleistung (Pflegedienst o. ä.) 440 € 1040 € 1510 €(Härtefall 1918 €)
Stationäre Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege (max. 4 Wochen) 1510 € 1510 € 1510 €

Wenn ein pflegender Angehöriger schon 6 Monate tätig war, ist die Inanspruchnahme einer „Verhinderungspflege“ (bei Verhinderung der Pflegeperson infolge Krankheit oder Urlaub) durch eine Ersatzkraft möglich. Die Kosten werden für eine Dauer von bis zu insgesamt 28 Tagen jährlich bis zu einem Höchstbetrag von 1510 € übernommen. Bei der Ersatzkraft kann es sich auch um einen professionellen Pflegedienst handeln.

Ist die Ersatzkraft mit der pflegebedürftigen Person bis zum zweiten Grade verwandt oder verschwägert oder lebt sie im gleichen Haushalt, ist die Leistung auf den Betrag des Pflegegeldes der jeweiligen Pflegestufe begrenzt. Tatsächliche höhere Aufwendungen müssen nachgewiesen werden, z. B. für die Reinigung der Pflegekleidung, Fahrtkosten, etc.  Kosten, die der Pflegeperson durch den Arbeitsausfall im eigenen Haushalt entstehen, sind nicht erstattungsfähig. Während der Dauer des Bezugs der Verhinderungspflege ruht der Bezug von Pflegegeld.

Sollte eine Versorgung zuhause nicht möglich sein, werden im Bedarfsfall die Kosten für eine stationäre Unterbringung in einem Pflegeheim bis zu 4 Wochen jährlich bis zu einem Höchstbetrag von ebenfalls 1510 € übernommen. Übernahmefähig sind dabei die pflegebedingten Kosten. Die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten sind selbst aufzubringen! Leistungsgründe können z. B. Urlaub der Pflegeperson oder eine kurzfristig erhöhte Pflegebedürftigkeit sein (diese Kurzzeitpflege ist also keine selbständige Leistung der Pflegeversicherung, sondern eine zusätzliche Leistung bei bestehender häuslicher Pflege). Kurzzeitpflege ist gegenüber der teilstationären Pflege nachrangig, d. h. die Pflegekasse kann im Einzelfall durch den MDK prüfen lassen, ob teilstationäre Pflege ausreicht, um den Pflegebedarf zu decken.

Die Pflegeversicherung gewährt neben den bereits genannten Leistungen bei Bedarf zusätzliche Beihilfen:

Technische Hilfsmittel (Pflegebetten) mit einer Selbstbeteiligung von 10% je Kosten, höchstens jedoch 25 € je Hilfsmittel. Diese sollen vorrangig leihweise überlassen werden.

  • Übernahme Pflegehilfsmittel-Kosten (z.B. Inkontinenzmaterial, Desinfektionsmittel, Körperpflegemittelartikel) bis zu 31 € monatlich (ohne Selbstbeteiligung).
  • Zuschüsse zum pflegebedingten Umbau der Wohnung (z. B. Türverbreiterung) bis zu 2.557 € einmalig.
  • Unentgeltliche Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegekräfte.
  • Heilmittel (u.a. Krankengymnastik, Massagen, Wärme-/Kältetherapie) mit einer Selbstbeteiligung von 15%. Eine Befreiung ist als Härtefall möglich

Informationen zu unseren Leistungen

Unter Grundpflege werden alle körperbezogene Tätigkeiten wie Körperpflege, Ernährung, Ausscheidungen und Mobilisation zusammengefasst.

Die einzelnen Bestandteile der Grundpflege im Überblick:
Körperpflege

  • Teilwaschung
  • Ganzwaschung
  • Hilfestellung beim Duschen / Baden
  • Fußbad
  • Haarpflege
  • Rasur
  • Nagelpflege
  • Mund-/Zahn- und Prothesenpflege
  • Hautpflege
  • Hilfe beim An- und Auskleiden
  • Anlegen von Körperersatzstücken

Ernährung 

  • Mundgerechte Zubereitung der Nahrung
  • Darreichung von Speisen und Getränken
  • Darreichung von Sondenkost

Ausscheidungen

  • Hilfe bei Toilettengang
  • Inkontinenzversorgung
  • Stomaversorgung
  • Pflege des Dauerkatheters
  • Überwachung der Ausscheidungen

Prophylaxen

  • Dekubitus
  • Kontrakture
  • Thrombose
  • Pneumonie
  • Soor / Parotitis
  • Obstipation

Bewegung/Mobilisation 

  • Aktive und passive Bewegungsübungen
  • Gehübungen
  • Hilfe beim Treppensteigen
  • Hilfe/Anleitung bei Nutzung von Gehilfen
  • Hilfe beim Stehen
  • Transfer mit dem Rollstuhl
  • Ein- und Aussteigen ins Auto
  • Spaziergänge
  • Hilfe beim Aufstehen und Zubettgehen

Förderung 

  • Waschtraining
  • An- und Ausziehtraining
  • Esstraining
  • Toilettentraining
  • Gedächtnistraining
  • Basale Stimulation
  • Anleitung zu tagesstrukturierenden Maßnahmen
  • Hilfe zu Krisenbewältigung
  • Gesprächsführung
  • Psychosoziale Betreuung
  • Hilfe bei Einkäufen im Geschäft und auf dem Markt
  • Hilfe zur Aufrechterhaltung bestehender sozialer Kontakte
  • Hilfe zum Aufbau sozialer Kontakte

Maßnahmen der Behandlungspflege sind medizinische Leistungen, welche ausschließlich auf Anordnung des behandelnden Arztes erbracht werden.

Die einzelnen Bestandteile der Behandlungspflege im Überblick:

  • Überwachung der Vitalwerte (Blutdruckmessung, Puls-Messung, Temperatur-Messung)
  • Injektionen (Subcutan, intramuskulär)
  • Medikamentenüberwachung (Bereitstellung und Darreichung)
  • Unterstützung der Schmerztherapie (Schmerzregime- Opiate u. ä.)
  • Unterstützung der Insulintherapie nach Blutzuckerbestimmung
  • Anlage von Kompressionsverbänden
  • Wundbehandlung und Wundverbände
  • Anlage von Schutzverbänden
  • Versorgung von Zentralen Venenzugängen (ZVK)
  • Versorgung von Portzugängen (Ernährungsport)
  • Versorgung von Nasensonden und PEG zum Zwecke der Nahrungsaufnahme über den Magen
  • Unterstützung der parenteralen Ernährung (Nahrungsaufnahme unter Umgehung des Magens)
  • Unterstützung der Infusionstherapie
  • Pflege und Überwachung von Tracheostoma (Luftröhrenschnitt)
  • Tracheale Absaugung (zur Freihaltung der oberen Luftwege)
  • Punktionen und Drainagenversorgung
  • Abführhilfen (u. a. Digitale Ausräumung bei Opstipation)
  • Urlaubs- oder Krankheitsvertretung des pflegenden Angehörigen
  • Pflegeberatung nach § 45 SGB XI
  • Betreuungsleistungen nach § 45b SGB XI
  • U.a. Einkaufen, Kochen, Spülen, Reinigen der Wohnung, Pflege und Waschen der Wäsche.
  • Beratungsbesuch im Rahmen der Pflegeversicherung § 37,3 SGB XI
  • Pflegehilfsmittelberatung
  • Begleitung bei MDK-Gutachten (Einstufung)
  • Hilfe bei der Antragstellung
  • Die ambulante Familienpflege ist eine besondere Hilfeleistung für Familien mit Kindern in Belastungs- und Krisensituationen. Im Vordergrund steht die verantwortungsvolle Versorgung und Betreuung Ihrer Kinder, wenn durch Krankheit oder einer anderen Notsituation deren Betreuung nicht mehr gewährleistet werden kann. Mit erfahrenen und qualifizierten Mitarbeitern erledigen wir für Sie ebenfalls alle anderen alltäglichen Verrichtungen des Haushaltes oder unterstützen Sie dabei.